🐠 AquaristikAquarium.com Tipps Wasserwechsel im Aquarium – wie oft und wie viel?

Wasserwechsel im Aquarium – wie oft und wie viel?


Wasserwechsel Aquarium: Tipps und Empfehlungen, wie oft und wie viel ein WW sinnvoll ist.

Wer ein Aquarium pflegt, ĂŒbernimmt die Verantwortung fĂŒr einen Lebensraum. Es geht nicht allein darum, dass alles schön aussieht. Die Aquarienbewohner sollen gesund bleiben, sich wohlfĂŒhlen und idealerweise vermehren. Zierfische, Zwerggarnelen oder Flusskrebse kommen nur dann zur vollen Geltung, wenn sie genug Platz, sauberes Wasser und die passende Einrichtung und Bepflanzung vorfinden. Doch das Wasser im Aquarium wird durch die Ausscheidungsprodukte aller Lebewesen belastet. Ein Wasserwechsel oder Teilwasserwechsel ist regelmĂ€ĂŸig nötig. Erfahren Sie hier, wie Sie das Wasser Ihres Aquariums am besten wechseln.

Die wichtigsten Fragen zum Wasserwechsel

Die Wasserwerte eines Aquariums Ă€ndern sich stĂ€ndig. Selbst im reinen Pflanzenaquarium ist das Wasser nach einiger Zeit nicht mehr gut und muss zum Teil erneuert werden. Dieser Prozess ist ein Teilwasserwechsel, der umgangssprachlich mit Wasserwechsel heißt oder bei Aquarianern als WW abgekĂŒrzt wird.

Aber wie oft und wie viel Wasser ist zu wechseln? Diese Frage lÀsst sich so pauschal nicht beantworten und hÀngt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Sind Zierfische, Garnelen oder auch die Wasserpflanzen besonders empfindlich?
  • Ist die Besatzdichte ausgereizt oder ist es ĂŒberwiegend ein Aquascaping-Aquarium?
  • Wird mĂ€ĂŸiges oder sehr reines Wasser wieder aufgefĂŒllt?
  • Gibt es bereits Probleme, die unter anderem auf schlechte Wasserwerte zurĂŒckzufĂŒhren sind?
  • Verlangt der Besatz des Aquariums bestimmte Wasserwerte? (WasserhĂ€rte, pH-Wert etc.)

Den eigenen Besatz ergrĂŒnden

Einige Zierfische sind besonders zĂ€h, andere sehr empfindlich, wenn es um die Wasserwerte geht. Dennoch bevorzugen auch die anspruchslosen Kandidaten gute Wasserwerte. Im Idealfall wird also jede einzelne Art kurz analysiert. Die besonders empfindlichen Zierfische können zugleich zu Meldefischen werden. Wenn es diesen nicht mehr so gut geht, wird es höchste Zeit fĂŒr einen besonders grĂŒndlichen Wasserwechsel.

Wichtig: Neben den verschiedenen Arten ist auch die Besatzdichte im Becken zu ermitteln. Wer bereits an seinen Grenzen liegt, soll eher öfter und mehr Wasser wechseln.

Eine sehr wichtige Frage lautet, wie hochwertig das frische Wasser in das Aquarium kommt. Wenn das Leitungswasser qualitativ eher mĂ€ĂŸig ist, könnte eine Wasseraufbereitung hilfreich sein. Gerade bei zu hartem Wasser kann eine Osmoseanlage helfen. Wer das Osmosewasser mit Leitungswasser mischt, kann die benötigte WasserhĂ€rte anpeilen.

Außerdem gibt es Wasseraufbereiter, die unter anderem Giftstoffe im Wasser neutralisieren. Wer den passenden Wasseraufbereiter fĂŒr seinen Verwendungszweck beziehungsweise Besatz wĂ€hlt, kann nicht mehr viel falsch machen. Es gibt aber auch den Wasseraufbereiter zum AufhĂ€rten des Wassers, wenn dieses zu weich ist.

Tipp: Immer dann, wenn im Aquarium Probleme auftreten (z.B. Fischkrankheiten oder Algen), wĂ€re neben der Problemanalyse auch ein großer Wasserwechsel anzuraten. Durch den Wechsel oder Teilwechsel des Wassers werden Bakterien, Keime und Gifte sowie Algen stark verdĂŒnnt. Damit bekommen die Fische und das gesamte Biotop die Möglichkeit, sich zu erholen und zu stabilisieren.

FĂŒr den Wasserwechsel beachten

Im Wasser sollen weder Chlor noch LuftblĂ€schen enthalten sein. Kommt das Wasser aus der Leitung, gast es hĂ€ufig noch etwas aus, da unter Druck mehr Luft gebunden werden kann. Dieses kann zur Gasblasenkrankheit fĂŒhren. Wer sein Wasser nicht ĂŒber Nacht abstehen lĂ€sst, sollte es mit einem harten Strahl oder per Duschkopf in ein Fass fĂŒllen. Wenn das Wasser die passende Temperatur erreicht hat, kann es ins Aquarium eingefĂŒllt werden.

Beim Aquarium-Wasserwechsel kann man viel falsch machen: Zu den hĂ€ufigsten Fehlern gehören zu hĂ€ufig und zu viel Wasserwechsel. Das Ergebnis: Die Fische fĂŒhlen sich nicht mehr wohl.
Beim Aquarium-Wasserwechsel kann man viel falsch machen: Zu den hĂ€ufigsten Fehlern gehören zu hĂ€ufig und zu viel Wasserwechsel. Das Ergebnis: Die Fische fĂŒhlen sich nicht mehr wohl. Ein allgemeiner Richtwert ist der Teilwasserwechsel alle 2 Wochen.

Kaltes Wasser oder Warmwasser aus der Leitung?

Gerade Wirbellose sind gegen Kupfer extrem empfindlich. Dieses kann vor allem im warmen Wasser enthalten sein, da in Wasserboilern Kupfer verbaut ist. Besser ist es, erst etwas kaltes Wasser aus der Leitung zu entnehmen, um es anschließend im Fass aufzufangen und auf Zimmertemperatur aufwĂ€rmen zu lassen. Somit gelangt auch kein erkaltetes Warmwasser ins Aquarium.

Im Fass kann das Frischwasser ganz ohne Heißwasser ĂŒber Nacht oder mit einem Heizstab auf Temperatur gebracht werden. Am einfachsten wĂ€re es, dieses Wasser mit einer kleinen Tauchpumpe in das Aquarium zu fĂŒllen. Solange die Tauchpumpe einen Trockenlauf-Schutz hat, geht sie nicht kaputt.

Giftige Materialien vermeiden

Außerdem ist es sehr wichtig, dass FĂ€sser, Eimer, SchlĂ€uche und andere Dinge, die mit dem Wasser in Kontakt kommen, eine Lebensmittel-QualitĂ€t mitbringen. Alte Maurereimer und Farbeimer könnten schĂ€dliche Giftstoffe abgeben, aber auch einigen billigen GartenschlĂ€uchen ist nicht zu trauen. Solange das erste StĂŒck des Ansaugschlauchs wieder Lebensmittelecht ist, wĂ€ren die Billig-GartenschlĂ€uche aber geeignet, das Wasser anzusaugen und zugleich fortzuleiten. Das andere Ende kann mit einem Gegenstand beschwert in der Badewanne auslaufen oder direkt in die Regentonne fĂŒr den Garten.

Beim Ansaugen ist zu beachten, keine Tiere anzusaugen. Es wĂ€re also anzuraten, einen Trichter fĂŒr Lebensmittel auf den Ansaugschlauch zu setzen und ĂŒber diesen ein dĂŒnnes Wasserfließ zu binden. Es gibt die Möglichkeit, einen Holzklotz zu nehmen, um den Wasserschlauch in einem U darum zu legen und mit einem Kabelbinder zu befestigen. Schon hĂ€ngt man dieses Gebilde auf die Aquarienscheibe und saugt exakt bis zur gewĂ€hlten Höhe. Denn wenn der Schlauch Luft ansaugt, geht es nicht mehr weiter.

Alternativ zur Eigenkonstruktion gibt es auch Schlauchhalterungen, die auf der Aquariumscheibe fixiert werden. Eine solche Fixierung ist gerade bei grĂ¶ĂŸeren Wassermengen sinnvoll, also etwa ab einem Aquarienvolumen von 200 Litern.

Wichtig:

Ein regelmĂ€ĂŸiger Wasserwechsel kann keinen Aquarienfilter ersetzen. In diesem bilden sich BakterienstĂ€mme, die unter anderem Ammoniak beziehungsweise Ammonium in Nitrit und dieses in das weniger schĂ€dliche Nitrat umwandeln. Gerade fĂŒr Aquarien mit Besatz ist dieser passend große Aquarienfilter lebensnotwendig. Damit die BakterienstĂ€mme nicht zu Schaden kommen, muss die Pumpe durchgehend Frischwasser durch das Filtermaterial drĂŒcken. Nur so werden die BakterienstĂ€mme mit dem entscheidenden Sauerstoff versorgt.

Aber wie oft und wie viel Wasserwechsel ist sinnvoll?

Die Empfehlung lautet, rund 50 % Wasser pro Woche oder spÀtestens alle 2 Wochen zu wechseln. Je nach Situation etwas mehr oder weniger. Da nicht jeder Aquarianer jedes Wochenende mit Wasserwechsel beschÀftigt sein möchte und ein WW oder einiges an Zeit in Anspruch nimmt, hat sich ein Wasserwechsel alle 2 Wochen bei den meisten Aquarianern etabliert.

Optimal wÀre es, wÀhrend dieser 14-Tage-Intervalle noch einen kleinen Teilwasserwechsel von rund 20 % vorzunehmen.

Komplettwechsel sinnvoll oder schÀdlich?

Ist das Wasser stark belastet oder wird ein Übel befĂŒrchtet (Pilze, gefĂ€hrliche Algenarten, Krankheitserreger), kann ein Wasserwechsel von ĂŒber 70 % ideal sein. Bei kleinen Wasserwechseln bleibt immerhin noch der Großteil des Altwassers im Becken. Wird sehr viel in eins getauscht, verwĂ€ssert weniger Altwasser das Frischwasser.

Ein kompletter Wasserwechsel sollte möglichst vermieden werden. Wer beim Aquarium komplett neues Wasser einfĂŒllt, verdĂŒnnt die guten Bakterien und reduziert die FilterfĂ€higkeit. Nicht umsonst muss ein neues Aquarium erst einmal eingefahren werden, damit sich bestimmte Bakterien etablieren und die Wasserwerte stabilisieren. Sonst droht eine Nitrit- bzw. Nitratvergiftung.

DarĂŒber hinaus kann ein zu viel an Wasserwechsel schĂ€dlich fĂŒr die Fische sein, da diese einen Schock erleben. Fische und Wasserpflanzen sollten immer sanft und langsam an neue Bedingungen und neue Wasserwerte herangefĂŒhrt werden. Die Werte sollten sich nicht allzu stark Ă€ndern. Insbesondere der Nitratwert sollte regelmĂ€ĂŸig beobachtet werden. Bei AnfĂ€ngern gibt es immer wieder Erfahrungsberichte darĂŒber, dass nach einem Wasserwechsel im Aquarium alle Fische tot sind. Diese tragische Erfahrung ist auf einen solchen Schock zurĂŒckzufĂŒhren.

Gerade Aquarium-AnfĂ€nger ĂŒbertreiben es mit dem Wasserwechsel hĂ€ufig, da der Wechsel entweder zu oft durchgefĂŒhrt wird, oder aber zu viel Wasser gewechselt wird. Profis und erfahrene Aquarianer hingegen bevorzugen es, die Wechselperioden möglichst ĂŒber einen langen Zeitraum zu strecken. Je nach Wasserwert und Aquarienart gibt es Wasserwechsel alle 3 Wochen, alle 4 Wochen und ja sogar alle 6 Monate.

Ein Wechsel alle paar Monate ist allerdings nur bei großen Aquarienbecken etwa ab 350 Litern oder 500 Litern zu empfehlen. Denn je grĂ¶ĂŸer das Aquarium, desto stabiler sind die Wasserwerte ĂŒber mehrere Wochen und Monate.

Aquarium komplett ohne Wasserwechsel betreiben?

Es gibt sogar Profis, die bei ihrem Aquarium komplett Wasserwechsel, sogar Teilwasserwechsel, vermeiden. Wichtig hierfĂŒr ist aber, wie das Aquarium eingerichtet ist, welche Pflanzen und welche Fische gehalten werde und vor allem, wie groß das Becken ist. Ein bemerkenswertes Beispiel fĂŒr ein gut funktionierendes Ökosystem ohne Wasserwechsel ist folgendes:

In San Francisco gibt es einen Fisch- und Aquarium Shop namens Ocean Aquarium. Dieser Store wird von Justin betrieben. Das Besondere an Justins GeschĂ€ft: Seine Aquarien laufen komplett ohne Wasserwechsel. Er wechselt niemals das Wasser der Aquarien. Wie das funktioniert und welche Tipps der HĂ€ndler sonst fĂŒr seine Kunden und alle Aquarianer hat, sieht Du im folgenden Video:

Diese Aquarien laufen komplett ohne Wasserwechsel, der Shop in San Francisco heißt „Ocean Aquarium“

Wasserwerte messen und im Auge behalten

Wer nicht ganz so radikal auf Wasserwechsel verzichten möchte, aber diese lĂ€stige Aufgabe möglichst lange hinauszögern will, muss die Wasserwerte beachten und regelmĂ€ĂŸig messen. Bei sehr guten Wasserwerten ist ein großer Wasserwechsel nicht nötig. Kleine Teilwasserwechsel von etwa 15 bis 20% reichen bei guten Wasserwerten aus. Voraussetzung ist wirklich, dass das Becken top funktioniert und die Fische sich sehr wohlfĂŒhlen. Optimale CO2-Werte und vor allem gute Nitrit-/Nitrat-Werte sind wichtigste Voraussetzung dafĂŒr.

Wer es genauer wissen möchte, kann sich einen Testkoffer fĂŒr Wasserwerte im Aquarienhandel zulegen. Ein wichtiger Indikator fĂŒr die langfristige Entwicklung des Wassers ist der Nitratwert. Wer vor jedem Wasserwechsel den Nitratwert bestimmt und dieser jedes mal etwas höher ist, sollte seinen Wasserwechsel intensivieren. WĂ€re der Nitratwert vor dem Wasserwechsel jedoch noch satt im grĂŒnen Bereich, wĂŒrde vielleicht auch etwas weniger bereits genĂŒgen.

Es ist in jedem Fall sehr hilfreich, diverse Wasserwerte wie pH-Wert, KarbonhĂ€rte, GesamthĂ€rte, Nitrit, Nitrat oder auch Sauerstoff, COÂČ, Eisen und andere wichtige Parameter und Indikatoren regelmĂ€ĂŸig zu testen und sich diese zu notieren. Anhand der Notizen lassen sich VerĂ€nderungen nach einem Wasserwechsel besser einordnen und Gegenmaßnahmen finden. Gerade fĂŒr grĂ¶ĂŸere Aquarien kann solch ein Test Set sich mit gesparter Arbeitszeit mehr als nur bezahlt machen. 


Bilder (nach Reihenfolge)

  • https://unsplash.com/de/@huyphan2602
  • https://unsplash.com/de/@zayyerrn

Kommentare, Tipps und Erfahrungen unserer Leser:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert