Indische Buntbarsche? Ja, die gibt es!

Indische Buntbarsche? Ja, die gibt es!Aquarianern sind Buntbarsche aus den tropischen Flusssystemen Mittel- und Südamerikas, Westafrikas und aus den Seen des ostafrikanischen Grabenbruchs bekannt.  Aber Buntbarsche aus Asien? Doch es gibt sie, zwar nur drei Arten in den Küstengewässern Südindiens und Sri Lankas. Und von diesen ist auch der indische Buntbarsch Etroplus maculatus ein echter Süßwasserbewohner während anderen beiden Arten sich vor allem im Brackwasser aufhalten. Der Indische Buntbarsch ist ein absolut friedlicher Aquarienbewohner, den man selbst in kleinen Becken pflegen und züchten kann. Er ernährt sich vor allem von Zooplankton. Die Weibchen sind Haftlaicher, die ihre bis zu 300 Eier an glatten Flächen auf Stein oder Holz kleben. Beide Eltern treiben Brutpflege, kümmern sich um Gelege und die Jungfische. Die Nachkommen werden, nachdem sie geschlüpft sind, in einer flachen Grube am Gewässergrund behütet. Sie ernähren sich in den ersten Tagen von der Schleimhaut auf der Epidermis der Eltern – ähnlich wie man dies von Diskusfischen kennt. Aber wie kommen diese wenigen Buntbarscharten ausgerechnet auf den Indischen Subkontinent? Selbst wenn sie in Brackwasser leben können, über eine solche Distanz können sie nicht von Ostafrika aus quer durch den Indischen Ozean nach Südindien gelangt sein. Und da nicht sein  kann, was nicht sein darf, haben einige Wissenschaftler sie kurzerhand in eine eigene Familie gestellt. Doch das bleibt umstritten.Und es gibt eine einleuchtende Erklärung: Die Familie der Buntbarsche (Cichlidae) muss entstanden sein, als Amerika und Afrika noch einen zusammenhängenden Südkontinent Gondwana bildeten. Als beide Südamerika und Afrika auseinanderdrifteten, entwickelten sich unabhängig voneinander Cichliden in den großen Flusssystemen von Amazonas und Orinoko in Südamerika und im Kongo- und Nigerbecken Westafrikas. Und wirklich, die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas lassen sich fast nahtlos wie Teile eines großen Puzzles auch heute noch aneinanderfügen.  Doch da hatten sich bereits im Südosten Afrikas Madagaskar und der indische Subkontinent vom Festland gelöst: Madagaskar blieb – nur durch den Graben von Mosambik getrennt – in Nachbarschaft zu Afrika, während der indische Subkontinent nordostwärts driftete und schließlich an Asien andockte, wobei sich der Himalaya als Knautschzone aufwölbte. Und tatsächlich gibt es in Madagaskar eine ebenso kleine und ursprüngliche Gruppe von Buntbarschen der Gattung Paretroplus mit 13 Arten, die eng mit den Indischen Buntbarschen verwandt sind und eine gemeinsame Unterfamilie Etroplinae bilden. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die „Keimzelle“ der Buntbarsche. Die Buntbarsche der ostafrikanischen Seen haben sich vermutlich viel später herausgebildet. Und auch in Südamerika und dem westlichen Afrika wurden sie von den Hunderten Buntbarscharten moderneren „Zuschnitts“ verdrängt.  Weitere Informationen:http://www.aquarium-ratgeber.com/fische/malawi-buntbarsche/http://www.aquarium-ratgeber.com/fische/tanganjika-buntbarsche/